DATEV-Schnittstellenanbieter: Was der Status bedeutet
Kanzleien sehen auf Anbieterseiten sehr ähnlich klingende Bezeichnungen. Dieser Beitrag ordnet Schnittstellenanbieter, Marktplatz-Schnittstellenpartner und Premium Partner ein und zeigt, welche Fragen tatsächlich etwas über die Anbindung aussagen.
DATEV-Schnittstellenanbieter ist die Bezeichnung für Softwarehersteller, die einen DATEV-Datenservice umgesetzt haben und deren Anwendung darüber Daten mit DATEV-Programmen austauscht. Die Schnittstelle muss den technischen Vorgaben von DATEV entsprechen und wird geprüft. Eine Partnerschaft mit der Genossenschaft ist damit ausdrücklich nicht verbunden; dafür gibt es die separaten Stufen des DATEV-Marktplatzes.
Stand: August 2026

Von Baktash Hossainzadeh · Co-Founder und Geschäftsführer, docunest GmbH
Co-Founder und Geschäftsführer von docunest. Arbeitet seit Jahren an den Schnittstellen zwischen Kanzleisoftware und der DATEV.
Veröffentlicht am
Warum die Bezeichnungen schwer auseinanderzuhalten sind
Wer Software für die eigene Kanzlei auswählt, findet auf nahezu jeder Anbieterseite einen Hinweis auf DATEV. Mal steht dort Schnittstellenanbieter, mal Schnittstellenpartner, mal Marktplatz-Partner, mal nur „DATEV-Schnittstelle vorhanden“. Die Begriffe klingen austauschbar, bezeichnen aber unterschiedliche Dinge, und ein Teil davon ist gar kein Status, sondern eine Selbstbeschreibung.
Erschwerend kommt hinzu, dass DATEV die Bezeichnungen Anfang 2023 umgestellt hat. Aus dem früheren DATEV-Software-Partner wurde der DATEV-Marktplatz Premium Partner. Ältere Anbieterseiten und Vergleichsartikel führen die alten Begriffe teilweise weiter, was die Zuordnung zusätzlich erschwert.
Die drei Einordnungen im Überblick
Sauber getrennt gibt es zwei Partnerstufen innerhalb des DATEV-Marktplatzes und eine Einordnung außerhalb davon:
- DATEV-Marktplatz Premium Partner (früher DATEV-Software-Partner): die engste Form der Zusammenarbeit. Diese Lösungen tragen im Marktplatz den Hinweis „DATEV empfiehlt“ und werden anhand zahlreicher Kriterien ausgewählt.
- DATEV-Marktplatz Schnittstellen Partner: Anbieter mit DATEV-Schnittstelle, deren Lösung die DATEV-Software sinnvoll erweitert. Die Schnittstellen unterliegen regelmäßigen technischen Prüfungen. Der Status wird beantragt und von DATEV im Einzelfall entschieden.
- DATEV-Schnittstellenanbieter: Hersteller, die einen DATEV-Datenservice umgesetzt haben, ohne eine Partnerschaft mit der Genossenschaft einzugehen. DATEV führt sie auf einer eigenen Sammelseite und stellt dort ausdrücklich klar, dass sie keine Marktplatz-Partner sind.
Der Weg in den Marktplatz ist formalisiert: Voraussetzung ist ein umgesetzter Datenservice mit mindestens 25 nutzenden Kunden, im Verfahren sind drei Referenzkunden zu benennen, danach folgen Erstgespräch, Produktpräsentation und Entscheidung. DATEV weist dabei ausdrücklich darauf hin, dass die Erfüllung der Voraussetzungen keinen Anspruch auf Aufnahme begründet.
Was der Status über die Anbindung aussagt und was nicht
Alle drei Einordnungen setzen voraus, dass eine Schnittstelle existiert und den technischen Vorgaben von DATEV entspricht. Das ist der gemeinsame Kern und für die Kanzlei die entscheidende Aussage: Die Daten fließen über einen dafür vorgesehenen Weg, nicht über einen nachgebauten Import.
Was die Stufen darüber hinaus unterscheiden, ist die geschäftliche Beziehung zwischen Hersteller und Genossenschaft, nicht der Funktionsumfang der Anbindung. Ein Marktplatz-Partner kann ausschließlich Belegbilder übertragen, ein Schnittstellenanbieter Stammdaten, Bewegungsdaten und Buchungsstapel. Das Etikett sagt darüber nichts.
Aussagekräftiger als die Bezeichnung sind deshalb drei Fragen an den Anbieter:
- Welcher Datenservice konkret? Der Name des genutzten Dienstes ist überprüfbar, die Formulierung „DATEV-Schnittstelle vorhanden“ ist es nicht.
- Welche Daten, in welche Richtung? Belegbilder zu übertragen ist etwas anderes, als kontierte Buchungssätze als Stapel zu übergeben oder Stammdaten in beide Richtungen abzugleichen.
- Wer pflegt die Schnittstelle bei Änderungen?Formate und Dienste entwickeln sich weiter. Entscheidend ist, ob der Hersteller die Anpassung als Teil des Produkts betrachtet.
Wie docunest einzuordnen ist
docunest ist DATEV-Schnittstellenanbieter. Die Anbindung an die DATEV-Datenservices ist umgesetzt und erfüllt die Schnittstellenvorgaben. Übertragen werden Mandantenstammdaten, Dokumente aus dem Dokumentenmanagement, Bewegungsdaten für die Lohnabrechnung sowie Buchungsstapel aus der Belegverarbeitung, kontiert nach SKR03 oder SKR04.
Nicht zutreffend wäre die Bezeichnung als DATEV-Marktplatz Partner oder Premium Partner. Diese Stufen setzen das oben beschriebene Auswahlverfahren der Genossenschaft voraus. Wir weisen darauf hin, weil die Begriffe im Markt häufig vermischt werden und die Unterscheidung für Kanzleien bei der Anbieterauswahl relevant ist.
Welche Arbeitsschritte eine Anwendung neben der DATEV überhaupt sinnvoll übernimmt und wo die Stammdatenpflege liegen sollte, beschreibt der Beitrag zu Kanzleisoftware neben der DATEV.
DATEV ist eine Marke der DATEV eG, Nürnberg. Die Nennung erfolgt ausschließlich beschreibend zur Bezeichnung der Kompatibilität. Eine Partnerschaft oder Empfehlung durch die DATEV eG ist damit nicht verbunden.
Quellen und Rechtsstand
- DATEV eG, Übersicht „DATEV Schnittstellen Anbieter“ im DATEV-Marktplatz
- DATEV eG, „DATEV-Marktplatz Schnittstellen Partner: die ersten Schritte zum Partnerstatus“
- DATEV magazin, „Neue Partnerbezeichnungen am DATEV-Marktplatz“ zur Umstellung Anfang 2023
- DATEV eG, FAQ für interessierte Software-Hersteller zum DATEV-Marktplatz
Stand: August 2026
Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand zum genannten Datum allgemein wieder und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.
Häufige Fragen zu DATEV-Schnittstellen und Partnerstatus
Die Unterscheidungen, die bei der Anbieterauswahl tatsächlich zählen.
Was ist ein DATEV-Schnittstellenanbieter?
Ist ein Schnittstellenanbieter dasselbe wie ein DATEV-Partner?
Welche Partnerstufen gibt es am DATEV-Marktplatz?
Wie wird man DATEV-Marktplatz Schnittstellen Partner?
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