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Mandantenportal

Die 5 besten Mandantenportale für Steuerkanzleien

Welche Portale Kanzlei und Mandant verbinden, wie sich Preis je Mandant und Pauschale unterscheiden und woran die Akzeptanz der Mandanten tatsächlich hängt.

Baktash Hossainzadeh·26. August 2026·12 Minuten

Auf den Punkt

Fünf Portale prägen den deutschen Kanzleimarkt: Steuerboard mit Workflow-Agents und qualifizierter Signatur, kanzlei.land mit klarem Fokus auf den Belegkanal, milia.io mit vorgangszentrierter Arbeitsweise, Taxaro als schlankester Einstieg und docunest als Plattform, die das Portal mit Freizeichnung, Lohnvorbereitung und Belegverarbeitung verbindet. TaxDome kommt als internationales Kanzleimanagement hinzu. Die Auswahl entscheidet sich am Preismodell und daran, wie viele Schritte ein Mandant bis zum hochgeladenen Beleg braucht.

Mandantenportale sind in wenigen Jahren vom Sonderfall zum Standard geworden, und entsprechend voll ist der Markt. Diese Übersicht ordnet die Anbieter ein, die für deutsche Steuerkanzleien tatsächlich in Frage kommen, und benennt die Kriterien, an denen sich die Wahl entscheidet.

Wonach hier sortiert wird

Eine Rangfolge nach Funktionsumfang wäre irreführend, weil der größte Funktionsumfang selten die beste Wahl ist. Sinnvoller sind drei Merkmale.

Das erste ist der Zuschnitt: reiner Dokumentenkanal, vorgangszentrierte Zusammenarbeit oder Plattform mit weiteren Bausteinen.

Das zweite ist das Preismodell, weil sich Paketpreis, Preis je Mandant und Pauschale bei wachsendem Bestand gegenläufig verhalten.

Das dritte ist die Hürde für den Mandanten, denn ein Portal wird nur genutzt, wenn der Weg zum Upload kurz ist.

Die Übersicht

AnbieterZuschnittPreismodell laut AnbieterBesonderheit
SteuerboardPortal mit Automatisierung800 Euro monatlich, 100 Mandate inklusive, 1.000 Euro OnboardingKI-Workflow-Agents, qualifizierte Signatur
kanzlei.landDokumentenkanal98 Euro monatlich plus 10 Euro je Mandant, 698 Euro Einrichtungstarke Mandanten-App
milia.iovorgangszentriertnicht öffentlich ausgewiesenVorgangsakte, KI-Assistenz
Taxaroschlanker Belegkanal49 Euro bis 30 Mandanten, gestaffelt bis 199 Euroeigene App, Fristen-Erinnerungen
docunestPlattformpauschal je Kanzlei ab 49 Euro monatlichFreizeichnung, Lohnvorbereitung, Belegverarbeitung

1. Steuerboard

Steuerboard ist ein Mandantenportal mit Schwerpunkt auf Automatisierung. Laut Anbieter übernehmen KI-Workflow-Agents regelbasierte Abläufe, etwa das Erinnern an fehlende Unterlagen, dazu kommt die qualifizierte elektronische Signatur, die im Portal-Markt nicht die Regel ist.

Das Preismodell ist ein Paketpreis: Portal und Agents kosten zusammen 800 Euro monatlich inklusive 100 Mandaten, dazu einmalig 1.000 Euro Onboarding. Rechnerisch sinkt der Preis je Mandat mit der Kanzleigröße, weshalb sich das Angebot vor allem an Kanzleien richtet, die eine gewisse Größe erreicht haben.

Für Kanzleien mit dreißig Mandaten ist der Einstieg entsprechend hoch. Wer hier vergleicht, prüft zusätzlich, wie sich die Kosten oberhalb der enthaltenen Mandate entwickeln. Die Kandidaten in dieser Gruppe behandelt der Beitrag zu den Alternativen zu Steuerboard.

2. kanzlei.land

kanzlei.land konzentriert sich auf das, was die meisten Kanzleien zuerst brauchen: einen verlässlichen Weg für Dokumente zwischen Kanzlei und Mandant, mit Anbindung an die DATEV und einer App, über die Mandanten Belege einreichen.

Der Preis ist öffentlich und besteht aus 98 Euro monatlich Grundpreis plus 10 Euro je Mandant und Monat, dazu einmalig 698 Euro Einrichtung. Bei zwanzig Mandaten liegt die Rechnung damit deutlich unter einem Paketpreis, bei zweihundert Mandaten darüber.

Genau darin liegt die Entscheidung: Nicht welcher Anbieter günstiger ist, sondern ab welcher Mandatszahl sich das Verhältnis dreht. Diese Zahl lässt sich in fünf Minuten ausrechnen und ersetzt jede Diskussion über Funktionslisten.

3. milia.io

milia.io organisiert die Kanzleiarbeit um Vorgänge. Nachrichten, Aufgaben, Dokumente und Fristen gehören zu einem Fall, statt über Postfächer und Ablagen verteilt zu liegen. Dazu kommen laut Anbieter eine Mandanten-App und ein KI-Assistent für Anschreiben und die Auswertung von BWA-Daten. Seit 2025 gehört das Unternehmen zur Visma-Gruppe.

Der Nutzen entsteht, wenn das Team seine Arbeit tatsächlich in Vorgängen denkt. Wo Nachrichten weiterhin im persönlichen Postfach landen und Aufgaben mündlich vergeben werden, bleibt der Vorgang leer und das System wird als zusätzlicher Aufwand erlebt.

Preise werden nicht öffentlich ausgewiesen, ein Vergleich braucht also ein Angebot. Die Kandidaten in dieser Gruppe behandelt der Beitrag zu den Alternativen zu milia.io.

4. Taxaro

Taxaro ist der schlankeste Einstieg im Feld: ein Portal mit eigener App für iOS und Android, Beleg-Scan per Kamera, Chat und automatischen Fristen-Erinnerungen. Die Preise sind laut Anbieter nach Mandantenzahl gestaffelt und beginnen bei 49 Euro monatlich bis 30 Mandanten, 99 Euro bis 100 und 199 Euro bis 300.

Der Funktionsumfang ist entsprechend eng zugeschnitten. Es geht um den Belegkanal und die Kommunikation, nicht um Prozessautomatisierung in der Kanzlei.

Für kleine und mittlere Kanzleien, die zunächst nur den Weg der Unterlagen ordnen wollen, ist das häufig die wirtschaftlichste Wahl, gerade weil sie wenig verspricht.

5. docunest

Hier ist das Portal ein Baustein unter mehreren. Dateiaustausch mit vier Modi, ein Datenraum mit Chat, digitale Freizeichnung, Personalfragebögen für die Lohnbuchhaltung, eine Aufgabensteuerung für wiederkehrende Mandantenarbeit und eine KI-Belegverarbeitung, die Belege nach SKR03 oder SKR04 kontiert und als Buchungsstapel an die DATEV übergibt.

Der praktische Unterschied liegt an der Naht: Der Beleg, den der Mandant hochlädt, ist derselbe, der später gebucht wird, und fehlende Unterlagen lassen sich benennen, weil der Stand aus den Daten ablesbar ist.

Das Preismodell ist eine Pauschale je Kanzlei ab 49 Euro monatlich mit drei Nutzern, 149 Euro im mittleren und 399 Euro im größten Paket mit bis zu dreißig Nutzern, jeder weitere Nutzer 9 Euro. Ein Preis je Mandant fällt nicht an. Wer ausschließlich einen Dokumentenkanal sucht, zahlt hier für Bausteine, die er nicht nutzt, und ist mit einem schlanken Portal besser bedient.

TaxDome als sechster Kandidat

TaxDome gehört streng genommen in eine andere Kategorie, taucht in der Auswahl aber regelmäßig auf. Es ist ein internationales Kanzleimanagement mit Portal, Aufgaben, CRM und Rechnungsstellung, abgerechnet laut Anbieter pro Nutzer und Jahr, im Voraus zu zahlen.

Wer die Kanzlei von innen organisieren will, findet dort den größten Funktionsumfang. Der Preis dafür ist Einrichtungsaufwand und eine geringere Ausrichtung auf deutsche Lohn- und DATEV-Prozesse, was an den Rändern Nacharbeit erzeugt.

Die Preismodelle im Vergleich

Drei Modelle bestimmen den Markt, und sie verhalten sich bei Wachstum völlig unterschiedlich.

Ein Paketpreis mit enthaltenen Mandaten ist bei voller Auslastung günstig und bei kleiner Kanzlei teuer. Bei einem Paket für hundert Mandate und sechzig tatsächlichen Mandaten liegt der effektive Preis je Mandat rund zwei Drittel über dem beworbenen.

Ein Preis je Mandant startet niedrig und wächst linear. Bei vielen kleinen Mandaten, über die wenig läuft, ist das die unwirtschaftlichste Variante, weil jedes Mandat gleich viel kostet.

Eine Pauschale je Kanzlei ist unabhängig von der Mandatszahl und lohnt sich, sobald der Bestand wächst. Der Nachteil liegt beim Einstieg, wenn nur wenige Mandate teilnehmen sollen.

Einmalige Einrichtungsgebühren gehören in jede Rechnung. Eine Gebühr von 698 Euro bei 98 Euro Grundpreis entspricht mehr als einem halben Jahresbeitrag, eine von 1.000 Euro bei 800 Euro monatlich rund einem Monatsbeitrag.

Die Akzeptanzfrage entscheidet mehr als der Funktionsumfang

Der häufigste Grund, warum ein gut ausgewähltes Portal enttäuscht, ist nicht das Produkt, sondern die Nutzung.

Drei Faktoren bestimmen sie. Erstens die Zahl der Schritte bis zum hochgeladenen Beleg, also ob eine Registrierung mit Passwort nötig ist oder ein Link genügt. Zweitens die App, weil ein erheblicher Teil der Belege unterwegs entsteht und ein Mandant selten am Schreibtisch scannt. Drittens die Erinnerungen, denn ohne sie bleibt das Nachfassen an der Kanzlei hängen.

Diese drei Punkte lassen sich in einer halben Stunde am eigenen Telefon prüfen und sagen mehr über den späteren Nutzen aus als jede Beschreibung im Angebot. Wie sich der Belegeingang insgesamt ordnen lässt, behandelt der Beitrag zu den Kanälen des Belegeingangs.

Was ein Portalwechsel bei den Mandanten auslöst

Ein Werkzeugwechsel in der Kanzlei kommt bei den Mandanten an, sobald diese selbst Unterlagen einreichen.

Neue Anmeldung, neue Oberfläche, neue Gewohnheiten: Erfahrungsgemäß führt das bei einem Teil der Mandate zu einem Rückfall in E-Mail und Papier. Der Effekt hält einige Monate an und schwächt genau die Zahlen, an denen die neue Lösung gemessen wird.

Zwei Dinge mildern das. Erstens ein Stichtag je Mandantengruppe statt einer allgemeinen Ankündigung, sodass die Umstellung begleitet werden kann. Zweitens eine Übergangszeit, in der beide Wege funktionieren, aber mit klarem Enddatum.

Verschwiegenheit und Datenschutz

Unterlagen einer Steuerkanzlei fallen unter die berufsrechtliche Verschwiegenheit, weshalb drei Punkte vor dem Funktionsvergleich stehen.

Wo liegen die Daten? Ein Hosting innerhalb der EU ist die Mindestanforderung, ein Hosting in Deutschland die sicherere Variante.

Wer hat Zugriff? Rollen und Berechtigungen in der Kanzlei gehören geprüft, ebenso die Frage, welche Mitarbeiter des Anbieters im Supportfall Einblick nehmen können und ob das protokolliert wird.

Wie kommt man wieder heraus? Dokumente, Verläufe und Freigaben müssen exportierbar sein, und zwar in einem Format, das sich weiterverwenden lässt.

Die Empfehlung nach Kanzleityp

Eine allgemeine Bestenliste hilft weniger als eine Zuordnung nach Situation.

Kleine Kanzlei bis etwa dreißig Mandate: Ein schlankes Portal mit niedriger Staffel oder eine Pauschale. Paketpreise mit hundert enthaltenen Mandaten sind hier rechnerisch die teuerste Variante.

Mittlere Kanzlei mit wachsendem Bestand: Die Frage lautet, wo der Schnittpunkt zwischen Preis je Mandant und Pauschale liegt. Bei etwa zehn Euro je Mandant kippt die Rechnung im niedrigen zweistelligen Mandatsbereich.

Kanzlei mit Fokus auf Automatisierung: Portale mit Regelwerken und Agents lohnen ab einer Größe, in der ein Paketpreis sich verteilt.

Kanzlei, die mehr als Dokumente lösen will: Wenn Freigaben, Lohnvorbereitung und Belegverarbeitung ebenfalls Aufwand kosten, ist eine Plattform wirtschaftlicher als drei Verträge.

Die Einordnung zum Schluss

Der teuerste Fehler bei dieser Auswahl ist, ein Portal zu kaufen, wenn das eigentliche Problem hinter dem Portal liegt.

Deshalb steht am Anfang keine Anbieterliste, sondern eine Zählung über einen Monat: Wie viele Unterlagen kamen digital, wie viele per E-Mail, wie viele in Papierform, und wie oft musste nachgefasst werden. Ist der digitale Anteil bereits hoch und der Aufwand trotzdem unverändert, liegt die Ursache in der Verarbeitung, nicht im Kanal.

Erst danach lohnt der Anbietervergleich, und dann mit echten Mandaten statt mit einer Demo.

Häufige Fragen

Welches Mandantenportal ist das beste?

Das hängt an drei Größen: der Mandatszahl, weil Preismodelle sich bei Wachstum unterschiedlich verhalten, dem Anteil der Mandanten, die tatsächlich selbst hochladen, und der Frage, ob über den Dokumentenaustausch hinaus weitere Prozesse abgedeckt werden sollen. Eine allgemeine Rangfolge führt regelmäßig zur falschen Wahl.

Was kostet ein Mandantenportal?

Die Spanne reicht laut Anbieterangaben von 49 Euro monatlich bis 30 Mandanten bei Taxaro über 98 Euro plus 10 Euro je Mandant bei kanzlei.land bis zu 800 Euro monatlich inklusive 100 Mandaten bei Steuerboard. docunest rechnet pauschal je Kanzlei ab 49 Euro monatlich ab. milia.io weist keine Preise öffentlich aus. Stand August 2026.

Ersetzt ein Portal die Belegverarbeitung?

Nein. Ein Portal transportiert Dokumente. Ein Beleg, der darüber eintrifft, liegt anschließend digital vor, ist aber nicht kontiert. Wer beides braucht, kombiniert zwei Systeme oder wählt eine Plattform, die Eingang und Verarbeitung verbindet.

Woran scheitern Portale in der Praxis?

An der Akzeptanz. Ein Portal, das ein Drittel der Mandanten nutzt, kostet die Kanzlei mehr Arbeit als gar keines, weil zwei Wege parallel laufen. Entscheidend sind die Zahl der Schritte bis zum Upload, das Vorhandensein einer App und die Verlässlichkeit automatischer Erinnerungen.

Wie testet man ein Portal seriös?

Mit fünf echten Mandaten über mehrere Wochen statt mit einer Demo. Gemessen wird der Anteil der Unterlagen, der über das Portal eintrifft, im Vergleich zu E-Mail und Papier. Diese Quote entscheidet über den Nutzen, nicht der Funktionsumfang.

Quellen und Stand

Preisangaben laut Anbieterseiten, Abruf August 2026. Übrige Angaben laut Anbieter, Stand August 2026.

  • Steuerboard, Anbieterseite
  • kanzlei.land, Anbieterseite
  • milia.io, Anbieterseite
  • TaxDome, Preisseite

Weitere Vergleiche

kanzlei.land oder milia.io: Zwei Mandantenportale im Vergleich

Wo die beiden Portale für DATEV-Kanzleien unterschiedliche Wege gehen, was der Preis je Mandant über die Skalierung verrät und woran die Mandantenakzeptanz tatsächlich hängt.

TaxDome oder kanzlei.land im Vergleich

Warum breiter Funktionsumfang in deutschen Kanzleien nicht automatisch gewinnt, wo TaxDome an Lohn und DATEV vorbeiläuft und wie die Preismodelle wirken.

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